Blick hinter die Kulissen deutscher Maislabyrinthe

Gesellschaft

Bonn (DMK) – Was einst als sommerliches Ausflugsziel für Familien begann, hat sich längst zu einem Schaufenster der modernen Landwirtschaft entwickelt: Bundesweit öffnen in diesen Tagen Maislabyrinthe wieder ihre Tore. Das Deutsche Maiskomitee e.V. hat bei den Labyrinth-Anbietern hinter die Kulissen geblickt und nach ihrer Motivation, dem Konzept und einer Nachnutzung gefragt.

High-Tech auf dem Acker: Zentimetergenaue GPS-Aussaat

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Anbauer beim Anlegen der Labyrinthe immer mehr auf Precision Farming setzen. Die Zeiten, in denen Labyrinthwege im Hochsommer aufwendig per Hand oder mit einer Fräse aus den ausgewachsenen Beständen geschnitten werden mussten, gehören weitgehend der Vergangenheit an. Die gewünschten Wegemuster und Motive – die von regionalen Wahrzeichen bis zu Tiermotiven reichen – werden bereits im Winter digital am Computer entworfen. Im Frühjahr kommen schließlich hochpräzise, GPS-gesteuerte Einzelkornsämaschinen zum Einsatz, die das Muster schon bei der Aussaat anlegen. 

Brücke zwischen Stadt und Land: Dialog und gesellschaftliches Engagement

Für die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter haben die Irrgärten dabei mehrere Funktionen. Neben der Tatsache, dass diese verlässlichen Umsatz liefern und anliegenden Hofläden häufig zu mehr Kundschaft verhelfen, bieten die Labyrinthe der Bevölkerung eine willkommene, saisonale Freizeitaktivität. Gleichzeigt ist das zentrale Anliegen fast aller Befragten, eine Brücke zwischen der Landwirtschaft und der Bevölkerung zu schlagen. Die Maislabyrinthe bieten die ideale Gelegenheit, Landwirtschaft erlebbar zu machen, im direkten Gespräch Fragen rund um den Ackerbau zu beantworten und bestehende Missverständnisse auszuräumen. Durch integrierte Rallyes sowie Informationsstationen zur Pflanzenkunde lernen Jung und Alt spielerisch hinzu. 

Vielfältige Konzepte

Auch die Event-Vielfalt in den Labyrinthen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das Angebot reicht von stimmungsvollen Lichterabenden und interaktiven Escape-Room-Rallyes per Smartphone-App bis hin zu schaurigen Horrornächten rund um Halloween. In Weinbauregionen haben sich zudem sogenannte Wine Walks als Publikumsmagnet etabliert, bei denen regionale Winzer an versteckten Stationen im Maisfeld ihre Weine ausschenken. Sogar Hunderettungsstaffeln nutzen die verschlungenen Pfade für realitätsnahe Suchübungen. 

 Gewohnte Ernte nach der Saison

Nach dem Ende der Labyrinth-Saison im Herbst wird der gesamte Bestand landwirtschaftlich weiterverwertet. Je nach gewählter Sorte und betrieblichem Schwerpunkt wird der Mais gehäckselt und als nachwachsender Rohstoff in Biogasanlagen zur Energiegewinnung genutzt oder als Silo- beziehungsweise Körnermais an Nutztiere verfüttert. Einige Betriebe setzen dabei gezielt auf standfeste Körnermaissorten, damit das Labyrinth bis weit in den Oktober hinein stehen bleibt und die Nutzungssaison mit bunten Herbst-Veranstaltungen zu verlängern.

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